25 jordanische Imame, Priester und Minister besuchen im Rahmen der Studienreise „Umweltschutz und Biodiversität in Jordanien“, die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) arrangiert wurde, die Emirsultan-Moschee in Darmstadt. Dort erwartet die hochrangige Delegation, die im Wüstenstaat Jordanien als sehr einflussreich gilt, ein spannendes Programm seitens des Nourenergy Teams, welches vor knapp zweieinhalb Jahren genau an diesem Ort seine Einweihung feiern durfte. Seit dem an darf sich nämlich die Emirsultan-Moschee zu den ersten islamischen Einrichtungen zählen, welche den Schritt gewagt haben eine Photovoltaikanlage auf ihren Dächern anzubringen, was nicht nur deutschlandweit für Aufsehen gesorgt hat.

Zumindest eins hat die kunterbunte Truppe aus Frauen und Männern bestehend gemeinsam- Das Wohlgefallen ihres Herrn zu erlangen. Christen und Muslime, die die gleichen Sorgen teilen und der Umwelt in Jordanien etwas Gutes wollen. Hierfür reisen hochrangige Entscheidungsträger tausende Kilometer, um u.a. vom Knowhow des jungen Nourenergy Teams zu lernen und zu profitieren. Kaum einer in der arabischen Gesellschaft genießt solch ein Status wie Imame und Priester, die für die Zukunft der Umwelt Jordaniens richtungsweisend sind. Umso wichtiger also ihr Besuch hier in Deutschland. Zur Freude der Besucher erkennen sie rasch, dass die Motivation des Nourenergy Teams hauptsächlich aus religiöser Überzeugung stammt. So beginnt die Veranstaltung im Foyer der Moschee traditionell mit passenden Worten aus dem Buch Allahs. Tiefsinnige Verse, die den Zuhörer in sich kehren lassen:

„Er ist es, Der vom Himmel Wasser herabkommen lässt; davon habt ihr zu trinken und davon wachsen Bäume, unter dem ihr (euer Vieh) frei weiden lasst.“ „…Darin ist wahrlich ein Zeichen für Leute, die bedenken.“ [Koran, Sure an-Nahl (die Biene) Sure 16 ]

Im Raum herrscht Einigkeit darüber, dass die Umwelt ein gewaltiges Gut Gottes ist, welches vom Statthalter auf Erden zu wahren ist. Sowohl auf arabischer als auch auf deutscher Sprache präsentieren der Vorstandssitzende Tanju Doganay sowie Saidy Naiem das Projekt „Photovoltaikanlage auf der Emirsultan-Moschee“. Anschließend nehmen Imame und Priester an der Frage-Antwort-Runde rege teil und zeigen außergewöhnlich großes Interesse. So fragt beispielsweise der sympathische Mohammad Albous, welcher zu den bekanntesten Imamen Ammans zählt, warum man gerade hier in Deutschland solche Anlagen anbringt. Er sei seit neun Tagen in Deutschland ohne einmal die Sonne über einen längeren Zeitraum scheinen gesehen zu haben. Gelassen entgegnet man ihm, dass doch gerade dies eine Motivation für das so sonnenreiche Jordanien sein sollte, wenn selbst wir hier in Deutschland vom Sonnenstrom profitieren.

Auch auf dem Dach der Moschee wird fleißig weiter diskutiert und viel gelacht. Erinnerungen, die sicherlich nicht schnell schwinden. Den Tag rundet die Gruppe mit dem gemeinsamen Gebet und einem appetitlichen Essen im Restaurant der Moschee ab.

Für die jordanischen Gäste war es beeindruckend zu hören, dass die Initiative NourEnergy vollkommen unabhängig und eigenständig von Studierenden aus Darmstadt begonnen hat. Sie erkennen das Kernproblem in Jordanien: Die mangelnde Bereitschaft des Volkes sich ehrenamtlich hinsichtlich der Ökologie und Gesellschaft einzusetzen. Die Teilnehmer erklären den Sachverhalt dadurch, dass der Staat religiöse Angelegenheiten zentral organisiert. Daher muss sich eine dezentrale Ausrichtung entwickeln, die gegeben sein muss, um die starre Struktur, welche vom Staat vorgegeben wird, zu lockern und somit die Bürger in Angelegenheiten der Moscheen und Kirchen stärker einzubinden.

Wir danken Allah für die Ehre, welche er uns erwiesen hat, anderen Menschen von dem profitieren zu lassen, was ER uns gelehrt hat. Möge der Erhabene uns die Kraft und den Einfluss geben unsere Umwelt zu wahren, auf dass wir auf eine bessere Zukunft blicken können.

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